Wie KI-Agenten die Arbeit in Datenplattformen verändern
Was ist Agentic AI in Data & Analytics? Ein Chatbot beantwortet Fragen, ein Copilot macht Vorschläge, die ein Mensch übernimmt — ein KI-Agent geht den entscheidenden Schritt weiter: Er plant mehrstufige Aufgaben, wählt selbstständig Werkzeuge, führt sie im System aus und arbeitet, bis das Ziel erreicht ist.
Möglich macht das ein offener Standard. Das Model Context Protocol (MCP) verbindet KI-Assistenten mit Live-Systemen — eine Art universeller Adapter für KI-Werkzeuge — und wird seit Ende 2025 herstellerübergreifend unter dem Dach der Linux Foundation weiterentwickelt, getragen unter anderem von Anthropic, Microsoft, Google und AWS. Genau das macht Data & Analytics zum idealen Einsatzfeld: strukturierte Metadaten, klare Schnittstellen und ein notorisch hoher Analyse-, Entwicklungs- und Betriebsaufwand.

Agentic AI in Data & Analytics ist ein weites Feld, und es verändert sich in rasendem Tempo. Am deutlichsten zeigt sich der Wandel in der eigenen Arbeitsweise, die viele längst im Arbeitsalltag erleben. Für Anwender von BI-Lösungen heißt das oft, Zugang zu ihren Daten in natürlicher Sprache zu bekommen oder ganze Dashboards per Prompt zu erzeugen. Eng damit verbunden ist die Unternehmensplanung als eigenes Themenfeld: Sie agentisch zu steuern, also Annahmen zu ändern, Szenarien zu rechnen und Planwerte im Dialog einzugeben, ist einer der spannendsten Entwicklungspfade. Doch auch die agentische Entwicklung und der agentische Betrieb von Datenplattformen rücken zunehmend in den Blick. Wie weit das reicht, hängt oft von der Plattform und der Strategie des Herstellers ab. Die Großen, SAP, Microsoft oder Databricks verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze und lassen Agenten unterschiedlich offen an ihre Systeme heran. Es hängt ebenso von den Modellen und Umgebung ab, mit denen man arbeitet, von proprietären bis zu offenen Open-Weights-Modellen, und von der Frage, was im eigenen Unternehmen in produktiven Datenlandschaften überhaupt erlaubt ist: welche davon bereitgestellt werden und ob ein Rahmen aus Sicherheit und Governance trägt, in dem man sich souverän bewegen kann, ohne Mehrwert zu verlieren. Aber vor allem hängt es von der Arbeitsweise dahinter ab. Denn über den Erfolg entscheiden am Ende selten das Modell und die Tools, sondern der richtige Kontext und wie er organisiert wird.
Was KI-Agenten in Datenplattformen heute leisten
Agentic Analytics — Mit den Daten sprechen
Die erste Fähigkeit verändert die Analyse. Statt einen Bericht vorzubereiten, stellt man eine Frage in natürlicher Sprache, etwa „Zeig mir die Top-5-Produkte nach Umsatz je Monat", und der Agent findet die passende Datenquelle, aggregiert und antwortet direkt, auch wenn dafür noch kein Bericht existiert. Und es bleibt nicht bei einzelnen Fragen: Zunehmend lassen sich ganze Auswertungen und Dashboards per Prompt erzeugen. Bei der reinen Abfrage ist der Reifegrad durchweg hoch, sie ist bei SAP Analytics Cloud mit Just Ask, bei Microsoft Power BI mit Copilot und bei Databricks mit Genie allgemein verfügbar. Bei der Generierung kompletter Dashboards ist Microsoft aktuell am weitesten. Databricks zieht mit Genie nach, und SAP erweitert die SAP Analytics Cloud über die Integration von Joule, unter anderem um die Erzeugung ganzer Stories. Die eigentliche Grenze verläuft überall gleich: nicht bei der Technik, sondern bei der Qualität des semantischen Modells, auf dem die KI aufsetzt.
Agentic Business Planning — Die Planung im Dialog
Eng damit verbunden und für uns eine der spannendsten Fähigkeiten ist die agentische Planung. Gemeint ist, per Prompt mit einer Planung zu arbeiten: Annahmen ändern, Szenarien rechnen, Planwerte im Dialog eingeben, ohne sich durch Masken zu klicken. Einen Schritt weiter geht der Gedanke, schon die Planungsanwendung selbst per natürlicher Sprache zu entwerfen, statt sie klassisch zu modellieren. SAP hat hier den tiefsten Kontext, was wenig überrascht, denn Planung war seit den Tagen des BW Teil des Analytics-Stacks und ist es in der SAP Analytics Cloud bis heute. Der Financial Planning Assistant etwa orchestriert mehrere spezialisierte Agenten, vom Financial Forecasting Agent über den Conversational Planning Agent bis zum Model Creation Agent, der Planungsmodelle selbst aufbaut. Die Verfügbarkeit ist für 2026 angekündigt, dürfte anfangs aber an hohe Voraussetzungen geknüpft sein. Der Alleinstellungsanspruch schwindet allerdings. Microsoft hat mit einer eigenen Planungs-Engine in Fabric nachgezogen, und spezialisierte Planungsanbieter setzen bereits auf LLM-Integration.
Agentic Data Engineering — Datenplattformen entwickeln und betreiben
Die dritte Fähigkeit setzt tiefer an, dort wo bisher die IT entwickelt. Ein Agent analysiert bestehende Datenmodelle, erklärt gewachsene Logik in Klartext, legt neue Objekte und Datenflüsse an und beschleunigt Migrationen, alles im echten System und über dieselben Schnittstellen, die auch die nativen Entwicklungswerkzeuge nutzen. Damit ein KI-Assistent das kann, braucht er Bausteine, die ihn mit der jeweiligen Plattform verbinden. Einen davon haben wir selbst als Open-Source-Projekt entwickelt, den BW Modeling MCP Server für SAP BW/4HANA. Und es bleibt nicht beim Bauen. Zunehmend rückt der agentische Betrieb in den Blick: Plattformen, die sich selbst optimieren, Pipelines, die Fehler erkennen und beheben, Ladeprozesse, die überwacht und nachgesteuert werden. Auf der Infrastruktur-Ebene ist das bereits Realität, die automatische Optimierung von Tabellen und Rechenlast gehört bei modernen Plattformen zum Standard. Die vollständig selbstverwaltende Datenplattform bleibt vorerst eine Richtung und kein Zustand.
Wie weit ein Agent hier tatsächlich kommt, hängt allerdings stark von der Plattform ab und davon, wie offen ihr Hersteller sie für Agenten überhaupt macht. Genau daran scheiden sich die Strategien.
Die Herstellerstrategien und wie offen sie Agenten anbinden

SAP hat mit der Business AI Platform (BAIP) und dem Assistenten Joule eine umfassende Strategie vorgelegt und treibt das Zielbild eines „Autonomous Enterprise" voran, in dessen Zentrum ein Zusammenspiel aus Knowledge Graphs die Geschäftssemantik über die gesamte Suite spannt. Einzelne Bausteine sind allgemein verfügbar, etwa der Agent Builder in Joule Studio, während die durchgängige Autonomie noch Roadmap ist. Bei der Analyse ist „Just Ask" in der SAP Analytics Cloud zwar verfügbar, gehört aber noch nicht zu den stärksten Lösungen am Markt. Ihre eigentliche Stärke wird SAP bei der agentischen Planung ausspielen, wo sie Vordenker sind, auch wenn das Thema erst am Anfang seiner Entwicklung steht. Bemerkenswert für die Offenheitsfrage: Im gesamten Data-&-Analytics-Bereich stellt SAP keinen einzigen MCP-Server bereit. Die offiziellen SAP-MCP-Server adressieren vor allem die Anwendungsentwicklung mit Fiori und CAP; für BW, Datasphere, HANA oder SAC schließt eine aktive Open-Source-Community die Lücke, indem sie die vorhandenen, teils undokumentierten Schnittstellen nutzen. Genau hier leistet auch NextLytics einen Beitrag, unter anderem mit dem quelloffenen BW Modeling MCP Server.

Microsoft geht den umgekehrten Weg und baut die offene Agenten-Anbindung direkt ins Produkt. Für Fabric und Power BI gibt es offizielle, quelloffene MCP-Server von Microsoft selbst, etwa für die Power-BI-Modellierung und für die Fabric-APIs, aktuell im Preview. Mit Fabric IQ hat Microsoft zudem eine semantische Schicht allgemein verfügbar gemacht: eine Ontologie samt Graph über den Daten in OneLake, auf der Agenten mit geteiltem, verlässlichem Kontext aufsetzen. Auf der Analyse-Seite ist Copilot in Power BI breit ausgerollt. Die offene, dokumentierte Anbindung ist bei Microsoft damit Teil des Produkts, nicht der Community überlassen.
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Databricks verfolgt dieselbe Linie im Lakehouse. Für die Analyse beantwortet der allgemein verfügbare Coworker AI/BI Genie Fragen in natürlicher Sprache und baut im Agentenmodus ganze Dashboards. Mit Agent Bricks lassen sich eigene Agenten bauen, mit freier Modellwahl und Anbindung externer Quellen über MCP. Den Kern der Offenheit bilden die Managed MCP Server: über den Unity Catalog governt, mit lesendem und schreibendem Zugriff und ausdrücklich für externe Clients wie Claude, Cursor oder ChatGPT dokumentiert. Analyse und autonome Optimierung der Tabellen sind produktiv, die offene MCP-Anbindung selbst steht noch im Preview, ist aber von Anfang an dokumentiert und standardbasiert, ganz ohne Reverse Engineering.
Zwei Standards, ein Ökosystem
Über allen Plattformen wachsen zwei komplementäre Standards zusammen: MCP regelt den Zugriff vom Agenten auf Werkzeuge und Datenquellen, A2A die Kommunikation zwischen den Agenten. Beide stehen unter dem Dach der Linux Foundation und werden herstellerübergreifend getragen, auch SAP setzt in seiner Referenzarchitektur offiziell auf beide. Die Wahl der Plattform bleibt damit eine Abwägung: SAP denkt Analytics und Planung immer vom ERP her, was Agenten tiefen Prozesskontext frei Haus liefert, dafür weniger Offenheit; die reinen Datenplattformen bieten das Umgekehrte. Weil aber alle auf dieselben offenen Standards setzen, ist diese Wahl kein unumkehrbares Bekenntnis mehr: Was Sie über Plattformen hinweg mitnehmen, ist die Arbeitsweise selbst. Genau dabei unterstützen wir Sie, herstellerunabhängig und auf allen Plattformen.
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Microsoft Fabric
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Agentic Analytics talk to the data |
GA
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GA
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GA
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Agentic Business Planning plan by voice |
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not native
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Agentic Data Engineering develop & operate |
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GA
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Open agent connectivity MCP |
Community
no official MCP
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First-Party MCP
Preview
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First-Party MCP
Preview
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First-Party = official vendor server,
Community = via open-source connectivity
Modell und Umgebung: womit man die Agenten steuert
Über den Plattformen liegt eine zweite Ebene: die Modelle und die agentische Umgebung, mit der die Agenten gesteuert werden. Modell, Umgebung und Plattform sind heute drei unabhängige, über offene Standards frei kombinierbare Entscheidungen. Manche Umgebungen sind an einen Anbieter gebunden, etwa Claude Code oder OpenAI Codex, andere modellagnostisch wie Cursor oder OpenCode. Und die offenen Modelle haben aufgeschlossen: Führende Open-Weights-Modelle liegen heute schon dicht an der Spitze der Frontier-Modelle und lassen sich offen lizenziert auch selbst betreiben. In der Praxis fällt die Wahl ohnehin selten auf ein einziges Modell: Agentische Systeme verteilen Aufgaben zunehmend auf mehrere und nutzen je nach Anspruch und Kosten das passende.
Nicht jeder Anbieter spielt diese Offenheit gleich weit. SAP zum Beispiel lässt bei den Modellen die Wahl (Claude ist nur das primäre Modell für Joule) und erlaubt das Einbinden externer MCP-Tools, möchte die agentische Umgebung aber selbst besetzen: Joule und die neue Ebene Joule Work sollen der zentrale Ort werden, an dem auf SAP-Daten gearbeitet wird. Das ist eine bewusste strategische Entscheidung, die man kennen sollte, denn welche Umgebung zum Einsatz kommt, bestimmt mit, was ein Agent darf und welche Systeme und Tools er erreicht. Am Ende entscheidet, welche Kombination aus Modellen, Umgebung und Plattform Ihre Anforderungen erfüllt.
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Open Standards
Freely combinable
MCP
Agent ↔ Tools & Data
A2A
Agent ↔ Agent
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Some vendors occupy the environment layer themselves, for example SAP with Joule and the new layer Joule Work.
Sicherheit, Governance und Grenzen
Wer Agenten in produktive Datenlandschaften lässt, braucht klare Leitplanken, und die lassen sich sauber ziehen. Die erste liegt auf der Zugriffsebene: Richtig aufgesetzt, arbeitet ein Agent per Berechtigungs-Pass-Through mit genau den Rechten des angemeldeten Nutzers, was der Mensch nicht darf, darf auch die KI nicht. Lesende Zugriffe kann man freigeben, schreibende an eine bewusste Bestätigung binden und produktive Systeme strikt lesend halten. Wird die Anbindung zentral betrieben statt lokal je Anwender bzw. Entwickler, kommen zentrale Rechtevergabe, Identitätsdurchgriff und durchgängige Protokollierung hinzu. Entscheidend ist, dass diese Kontrollen bewusst konfiguriert werden, sie sind kein Automatismus.
Context Engineering: die Arbeitsweise hinter zuverlässigen Agenten
So beeindruckend diese Fähigkeiten sind, über Erfolg oder Misserfolg entscheidet selten das Modell, sondern der Kontext. Ein Agent, dem bei jeder Aufgabe die Systemlandschaft neu erklärt werden muss, liefert schwankende Ergebnisse. Laut Gartner entscheidet eine konsistente semantische Schicht maßgeblich darüber, ob Agentic-Analytics-Projekte tragen (Gartner, Market Guide for Agentic Analytics, 2025). Dass sowohl SAP mit seinem Knowledge Graph als auch Microsoft mit Fabric IQ genau eine solche Schicht ins Zentrum stellen, ist kein Zufall.
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The Knowledge Repository
One per context area, same structure, versioned in Git
repo/
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Shared pattern
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٭ Kostenlose Verlängerung der Wartung ٭٭ Subventioniert gemäß SAP (Angaben ohne Gewähr)
![Step 1]()
1. Lift:
Move BW to BW Private Cloud Edition (PCE) with minimal functional change and effort. BW 7.5 is secured within BDC until 2033, with BW/4HANA until 2040.![Step 2]()
2. Shift:
Expose the BW assets to BDC as Data Products, utilizing the BDC infrastructure to propagate them for reporting.![Step 3]()
3. Innovate & Decomission
Innovate: Use your BW Assets to build previously unfeasible Use-Case like Machine Learning with SAP Databricks or business user self service within SAP Datasphere.
Decomission: Utilize the extended maintenance period to decommission your BW pipelines in an application-phased approach.
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FAQ - ???
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